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Pädagogischer Ansatz

Im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit stehen die Teilnehmenden mit ihren spezifischen Fragen und Themen. Wir bemühen uns, die behandelten Themen und unsere Methoden an den Lebensrealitäten und Erfahrungswelten der TeilnehmerInnen auszurichten. Dies ermöglicht uns auch, auf unterschiedliche Ausdrucksformen des Antisemitismus entsprechend reagieren zu können. Dabei arbeiten wir empathisch, prozessorientiert und geschlechtersensibel.

Unseres Erachtens können vor allem lebendige Kontroversen und die Irritation gewohnter Sichtweisen zu nachhaltigen Veränderungen in Denk- und Handlungsweisen führen. Dabei verstehen wir Teamenden uns nicht in erster Linie als WissensvermittlerInnen, wenngleich wir immer wieder auch in dieser Funktion tätig werden. Vielmehr bringen auch wir uns mit unseren Fragen, Vorstellungen und Auseinandersetzungen als ganze Personen ein. Wir begreifen uns nicht in erster Linie als Lehrende, sondern als Teil eines gemeinsamen Lernprozesses, der auf der Bereitschaft basiert, sich mit sich selbst und mit gesellschaftlichen Realitäten auseinander setzen zu wollen. Davon ausgehend werden gesellschaftliche Mechanismen wie Diskriminierung, Ausgrenzung, Macht und Herrschaft thematisiert. Die Teilnehmenden werden angeregt, sich kritisch mit gesellschaftlichen Zusammenhängen, aber auch mit emanzipatorischen Ansätzen auseinander zu setzen.

Ein wichtiger Bestandteil des Lernprozesses ist die gemeinsame Dekonstruktion von Stereotypen. Dabei ist es uns wichtig, Ressentiments nicht zu verschieben oder neu entstehen zu lassen. Dies schließt auch ein, ganzen Gruppen von Menschen keine bestimmte Ausdrucksformen von Antisemitismus zuzuschreiben, z.B. "den Linken" oder "den Muslimen". Solche Bestrebungen tragen dazu bei, Gruppen zu stigmatisieren und eine Hierarchie unterschiedlicher Antisemitismen zu fördern. Und sie bergen die Gefahr, ein gesamtgesellschaftliches Problem an "Randgruppen" abzuschieben oder gar zu "ethnisieren" und so die Mehrheitsgesellschaft zu entlasten. Genauso wenig liegt es jedoch in unserem Interesse, antisemitische Äußerungen und Erscheinungsformen jedweder Art zu verharmlosen. Wenn in unseren Seminaren beispielsweise antisemitische Stereotype auftauchen, die aus einem spezifisch islamischen Kontext stammen, so gehen wir auf diese ebenso ein wie auf Stereotype mit christlichem Hintergrund.

Zu unseren pädagogischen Grundsätzen gehören:

  • TeilnehmerInnenorientierung
  • Methodenvielfalt
  • Lebensweltbezug
  • Erfahrungsorientierung
  • Prozessorientierung
  • Geschlechtersensibilität
  • Handlungsorientierung 

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