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Wissenschaftliche Evaluation der Seminare

Unsere Wochenseminare für SchülerInnen wurden von e-fect evaluiert. Hierfür wurden exemplarisch einige Seminare, die wir unter dem Titel "Kein Bammel! Antisemitismus selbstbewusst entgegentreten" durchgeführt haben, zur Untersuchung ausgewählt. Umgesetzt wurden diese Seminare jeweils mit dem gleichen, standardisierten Seminarkonzept, um ihre Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Ziele und Datenerhebung

Die Evaluation der Seminare sollte Belege für die Wirkung dieser Methoden auf Einstellungen und Wissen bei den TeilnehmerInnen (TN) erheben und kriteriengeleitet bewerten. Die Ergebnisse sollten das Ausmaß der Zielerreichung und Wirksamkeit der Methoden dokumentieren und Verbesserungspotentiale aufzeigen.


Abb.: Modell der Untersuchungsbereiche

Im Zeitraum von Mitte April bis Ende August 2005 wurden aus sechs Seminaren insgesamt 97 Teilnehmenden und aus Parallelklassen 60 mit den Teilnehmenden vergleichbare SchülerInnen als Kontrollgruppe zeitgleich zu den jeweiligen Seminaren schriftlich befragt. Vor und nach dem Seminar wurden Einstellungen und Wissen zum Thema Antisemitismus erhoben. Zusätzlich wurden demografische Merkmale, psychologische Kontrollmerkmale und Merkmale der Rahmenbedingungen und Prozessqualität erfasst. In drei Seminaren und zwei Kontrollgruppen wurden sechs bis acht Wochen nach dem Seminar erneut Einstellungen und Wissen sowie die Nützlichkeit der Seminare erhoben.

Die Evaluationsergebnisse zusammengefasst

Die Ergebnisse belegen, dass die untersuchten Seminare antisemitische Einstellungen und Vorurteile reduzieren sowie das Erlernen neuen Wissens bewirken. Insgesamt werden alle Ziele für die Durchführung der Seminare erreicht: Mindestens zwei Drittel der TeilnehmerInnen hatten Spaß in klar aufgebauten Seminaren, in denen sie eine offene Atmosphäre und für Anregungen offene LeiterInnen erlebten, die zudem Themen überwiegend gut rüber bringen und Fragen verständlich beantworten. Entsprechend geben 91% der Teilnehmenden an, etwas für sich Wichtiges gelernt zu haben und das Seminar Freunden empfehlen zu können. Angesichts der zeitlich leider eingeschränkten Wirkung der Seminare auf allgemeine antisemitische Einstellungen ist bemerkenswert, dass dauerhafte Wirkungen von den Methoden Zeitstrahl, Synagoga und Ecclesia und Hitlerjunge Salomon auf das Wissen und durch die Methoden Zeitstrahl und Planspiel auf spezifische Einstellungen der TN belegt werden können. Diese Ergebnisse und der geäußerte Nutzen der Seminare für die Diskussion mit Freunden weisen auf eine große Multiplikatorenaktivität der SchülerInnen hin.


Abb.: Feedback der TeilnehmerInnen

Zur Weiterentwicklung der Seminare empfiehlt die Evaluation u.a. eine stärkere Integration der Seminare in längerfristige Konzepte, inhaltlich bzw. methodisch dem sekundären Antisemitismus mehr Raum zu geben und die Seminare noch wirksamer für besondere Zielgruppen zu gestalten, wie z.B. Personen ohne großes Interesse am Thema Antisemitismus.

© e-fect, D. Scheffler

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