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Hier finden Sie ausgewählte Projektbeispiele aus den letzten Jahren:

METHODENSAMMLUNG und Film Ab! Filmfestival

Seit drei Jahren setzten sich Jugendliche im Projekt "Film Ab!" filmisch mit aktuellem Antisemitismus auseinander (s.u.). Dabei sind in 20 Seminare mit 400 Teilnehmer_innen über 40 unterschiedliche Filme entstanden. Zum Abschluss des Projekts wurden auf einem Filmfestival am 2. April 2014 eine Auswahl dieser Clips präsentiert und die Publikumslieblinge gewählt.

Lesen Sie mehr über das Filmfestival bei Mut gegen rechte Gewalt. Interviews mit den Gewinner_innen des Filmfestivals finden sie beim Deutschlandradion Kultur.

Im Anschluss wurde die Methodensammlung für den Unterricht vorgestellt. Dazu eine Rezension bei Aviva.

Die Methodensammlung ist ab sofort bestellbar gegen eine Spende von 5-10 Euro unter info@bildungsbausteine.org

 

Film ab! Medienseminare gegen Antisemitismus

Das Programm wurde vom Bundesprogramm Toleranz fördern - Kompetenz stärken und be_berlin gefördert und in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Konradshöhe durchgeführt.

In Wochenseminaren setzten sich Jugendliche mit Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart sowie den Möglichkeiten und Gefahren moderner Medien auseinander. Menschenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Handy- oder Internetfilmen setzten sie positive Botschaften für ein friedliches, respektvolles Miteinander ohne Gewalt und Diskriminierung entgegen. Die Jugendlichen produzierten dafür eigene Videoclips und präsentieren diese öffentlichkeitswirksam, z.B. auf youtube oder als Handyfilme.

Als RegisseurInnen und ProduzentInnen, als Kameraleute und SchauspielerInnen stärkten die Jugendlichen ihre Medienkompetenz und erfuhren Anerkennung, ohne sich mit Gewalttaten oder mit antisemitischen Äußerungen profilieren zu müssen.


Das ausgezeichnete Wirkungspotential unseres Programms wurde von der Organisation Phineo untersucht. Hier können sie die Ergebnisse einsehen und hier (pdf) finden sie unser Projektportrait.

Schön, die alltäglichen Lorbeeren auch von außerhalb bestätigt zu bekommen:                          Unser FilmAb!-Programm "verknüpft Wissen perfekt mit Kreativität".                                                     Auf dem Foto erhalten wir mit unserer Kooperationspartnerin die Urkunde.

Hier gibt's weitere Informationen zum Wirkt!- Siegel.

 

 

Israel Begegnungsreise: Discrimination in our societies and Counterstrategies

Das Programm stand up for your rights!  counterstrategies against discrimination wurde 2012 von der Stiftung EVZ und der Kreuzberger Kinderstiftung gefördert und mit den Kooperationspartnern Integrierte Sekundarschule Skalitzer Straße in Berlin und der israelisch-jüdisch-palästinensischen Organisation Sadaka-Reut in Jaffa/Tel Aviv durchgeführt.

Seit dem Herbst 2011 trafen sich Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 8-10 der ISS Skalitzer Straße. In ungezählten Projekttagen setzen sie sich mit den Themen Menschenrechte, Rassismus und Antisemitismus auseinander.

Ein Höhepunkt des Projekts war die Begegnung mit jüdischen und palästinensisch-israelischen Jugendlichen, die sich mit diesen Themen in ihrem Umfeld auseinandersetzen. Die zwei Begegnungen fanden im Mai 2012 in Israel und im August 2012 in Berlin statt.

Im Rahmen des Projektes haben die Jugendlichen gemeinsam einen Kurzfilm gedreht, der die geführten Auseinandersetzungen festhält. Dieser wurde auf der Abschlußveranstaltung in der Schule in Kreuzberg vor den SchülerInnen und der Öffentlichkeit gezeigt.

 

 

Vorurteile im Club

In Ihrem Jugendclub fallen immer wieder rechte oder antisemitische Sprüche, Gruppen unterschiedlicher Herkunft oder verschiedener Jugendkulturen kommen nicht miteinander aus?

Das Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. bietet für interessierte Jugendclubs in Berlin Workshops zu folgenden Themen an:

  • Vorurteile zwischen unterschiedlichen Besuchern und Besucherinnen des Clubs
  • Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus
  • Kennen lernen verschiedener Religionen
  • kulturelle Vielfalt sowie
  • Argumentationstrainings

Je nach Bedarf kommen wir an mehreren Nachmittagen für drei Stunden in den Club und arbeiten mit den Jugendlichen zu den oben genannten Themen. Unsere Methodik ist auf Jugendliche abgestimmt. Wir halten keine Vorträge, sondern führen kurzweilige Übungen mit ihnen durch.

Bei Interesse können wir auch Exkursionen mit den Jugendlichen, z.B. in eine Moschee und eine Synagoge, unternehmen oder Kiezspaziergänge durchführen.

Ebenso bieten wir Fortbildungen für Jugendliche zu den Themen Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Religion und Kultur an. Dem Jugendclub entstehen keine Kosten.

Das seit 2007 laufende Projekt "Vorurteile im Club" wurde von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin gefördert und ist mittlerweile abgeschlossen.



Schulprojekt

 

 

Im Rahmen des "Aktiv Demokratie leben - ohne Antisemitismus" haben wir 2006 mit drei Gesamtschulen aus Berlin (Ost & West) und Brandenburg über mehrere Monate hinweg zum Thema Antisemitismus gearbeitet.

 

 

 

 

entimon 2002-2005

In einem Paarinterview gaben Kirsten Döhring und Tanja Kinzel von den "BildungsBausteine gegen Antisemitismus" auf unserer Abschlusstagung im Herbst 2005 nach drei Jahren entimon-Förderung einen Überblick über die Arbeit des Projekts sowie einen Ausblick auf weitere Vorhaben des Projektteams:

Mit welchen Zielgruppen hat das Projekt bisher gearbeitet? Wie viele Seminare wurden durchgeführt?

An unseren Seminaren haben ganz unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen teilgenommen. Die größte Gruppe waren SchülerInnen, die aus den 7. bis 13. Klassen verschiedener Schultypen (Hauptschule bis Gymnasium) stammten. Darunter waren neun Seminargruppen aus Brandenburg und Ost-Berlin, sieben aus West-Berlin (meist mit multikultureller Zusammensetzung) sowie fünf Gruppen von SchülerInnen aus anderen Bundesländern im Westen Deutschlands. Darüber hinaus haben wir mit Azubis, beispielsweise von Karstadt oder der Deutschen Bahn, und politischen Jugendgruppen bzw. politisch interessierten Jugendlichen gearbeitet. Zu unseren Fortbildungen für MultiplikatorInnen haben sich vor allem LehrerInnen, Jugend- oder BildungsarbeiterInnen  und andere pädagogische Fachkräfte angemeldet. Insgesamt haben wir in den Jahren 2002 bis 2005 rund 75 Veranstaltungen mit 250 Veranstaltungstagen und 1000 TeilnehmerInnen durchgeführt. Dabei haben wir im gesamten Bundesgebiet gearbeitet; einen regionalen Schwerpunkt stellten jedoch Berlin und Brandenburg dar.

Welche Erfahrungen haben die ProjektmitarbeiterInnen bei der Akquise gemacht? Wer hat sich interessiert gezeigt?

Unsere Seminar- und Fortbildungsangebot wurde bundesweit beworben. Wie eben schon deutlich wurde, stießen wir mit unserem Angebot vor allem bei Schulen aus Berlin und Brandenburg auf großes Interesse. Mit einigen, sehr engagierten Schulen hat sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit entwickelt. So wird beispielsweise im kommenden September zum dritten Mal eine Gruppe vom Sally Bein-Gymnasium aus Beelitz (im Süden Potsdams) an einem Seminar teilnehmen. Sehr interessiert zeigten sich auch MultiplikatorInnen-Gruppen aus ganz Deutschland, die als Teams unsere Fortbildungen besuchten. Als schwierig erwies sich dagegen zum Teil die Akquise von TeilnehmerInnen für frei ausgeschriebene Seminare. Eine Ausnahme stellen hier die Seminare dar, die wir in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin und dem Interkulturellen Zentrum Jerusalem durchgeführt haben und die aufgrund der starken Nachfrage fast immer ausgebucht sind. Hier konnten wir sicherlich vom hohen Bekanntheitsgrad des Museums und seinem umfangreichen Verteiler profitieren.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den KooperationspartnerInnen?


Wir haben ja über die drei Jahre hinweg mit vielen verschiedenen Institutionen, Einrichtungen und Projekten kooperiert und dabei viele gute Erfahrungen gemacht. Das Jüdische Museum ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich manche Kooperationen prozesshaft entwickelt haben: Den Anfangspunkt unserer Zusammenarbeit mit dem JMB markierten zwei eintägige Fortbildungen für die Guides des Museums. Mit ihnen hatten wir ein Argumentationstraining durchgeführt, um sie in ihrem Umgang mit antisemitischen Sprüchen in den Führungen zu unterstützen, mit denen sie dort häufig konfrontiert werden. Da das Jüdische Museum des öfteren Anfragen nach Workshops zum Thema Antisemitismus erhielt, entstand im Kontext dieser Fortbildungstage die Idee, gemeinsam ein Angebot zu entwickeln. MitarbeiterInnen aus beiden Institutionen setzten sich daraufhin zusammen und entwarfen eine 2-tägige Fortbildung, bei der Methoden aus dem Fundus der "BildungsBausteine"; mit einer speziellen Führung zur historischen Entstehung des Antisemitismus kombiniert werden, die einige Guides für diesen Zweck konzipiert haben. Die Fortbildung für MultiplikatorInnen und andere Interessierte wird von einem Tandem-Team (eine/r der Guides zusammen mit einem oder einer Projektmitarbeiter/in von uns) durchgeführt und hat bisher mehrfach mit großem Erfolg in der gegenüberliegenden Jerusalemkirche stattgefunden. Zusätzlich haben wir vor kurzem gemeinsam einen Vertiefungstag zum Nahostkonflikt entwickelt, der in der nächsten Woche das erste Mal durchgeführt wird, und es gibt Überlegungen für einen weiteren Vertiefungstag.

Ein weiteres Beispiel für unsere Kooperationen ist die Zusammenarbeit mit der ver.di Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe und dem Landesverband Berlin-Brandenburg von ver.di, der großes Interesse daran hatte, das Thema Antisemitismus in seiner Bildungsarbeit zu etablieren. Zunächst haben wir die schöne ver.di-Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe vor allem als Veranstaltungsort für unsere Seminare genutzt. Dann wurde eine Fortbildung für Interessierte aus dem TeamerInnen-Kreis der Bildungsstätte angeboten, von denen einige anschließend in einem unserer Seminare hospitierten. Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit haben wir dann gemeinsame Seminare für Jugendliche durchgeführt, die, ähnlich wie beim Jüdischen Museum, in gemischten Teams aus beiden Projekten geleitet werden.

Welche Ansätze und welche Methoden haben sich für die unterschiedlichen Zielgruppen als wirksam erwiesen?


Je nach Schultyp und dem individuellem Stand der jeweiligen Gruppen unterscheiden sich die einzelnen Seminare in der Praxis manchmal sehr voneinander. Der konkreten Gruppe entsprechend verändern wir -- oft auch während der Seminare -- den üblichen Seminarablauf. Dies gilt z.B. auch für die Arbeit mit jüngeren TeilnehmerInnen: Die jüngste Gruppe, mit der wir bisher gearbeitet haben, war die 7. Klasse einer Gesamtschule. Hier entschieden wir uns im Verlauf des Seminars, von unserem historischen Ansatz abzuweichen und stärker die Themen Diskriminierung, Vorurteile und Ausgrenzung in den Mittelpunkt zu stellen, vermehrt mit Methoden aus der antirassistischen Bildungsarbeit zu arbeiten und uns geschichtlich auf den Antisemitismus in der NS-Zeit zu konzentrieren, da die Jugendlichen sonst überfordert gewesen wären. Je jünger die Teilnehmenden sind oder je bildungsferner sie sind, desto mehr setzen wir eher spielerische, nicht-kognitive Methoden wie Statuentheater, Planspiele oder Filme ein, und wir arbeiten viel in Kleingruppen, um Empathie zu fördern sowie Irritationen und Prozesse des Nachdenkens auszulösen. Je älter die TeilnehmerInnen sind, desto stärker betonen wir eher analytisch-geschichtliche und selbstreflexive Zugänge zum Thema. Doch auch bei GymnasiastInnen und MultiplikatorInnen kommen unsere kreativen Methoden gut an.

Insgesamt ist die Resonanz auf unsere Seminare überwiegend sehr positiv, von den Jugendlichen und auch von den erwachsenen MultiplikatorInnen. Natürlich werden wir in den abschließenden Auswertungsrunden auch immer wieder mal Kritikpunkte wie zu knappes Zeitmanagement benannt, aus denen wir zu lernen versuchen; die meisten Teilnehmenden äußern sich jedoch sehr zufrieden mit den Seminaren und dem, was sie daraus nach Hause mitnehmen. Wir sind jedoch auch sehr gespannt auf die Endergebnisse unserer Evaluation durch ein externes wissenschaftliches Institut.

Was waren Highlights in den Seminaren, was Knackpunkte und Hindernisse?


Aus unserer Sicht sind die Seminare dann ein Erfolg, wenn die TeilnehmerInnen am Ende sensibler gegenüber antisemitischen Äußerungen und Verhaltensweisen sind und wenn es uns gelungen ist, Empathie mit den (potentiellen) Opfern zu erzeugen. Dies sind ja auch wichtige Ziele unserer Arbeit. Daher ist es natürlich schön zu sehen, wenn die Teilnehmenden in Gruppendiskussionen anfangen, problematische Positionen selbst zurückzuweisen, oder wenn zum Beispiel Jugendliche, die anfangs eher antisemitische Positionen geäußert haben, bei unserem Planspiel zum Umgang mit NS-Geschichte in die Rolle von einer Person schlüpfen, die sich in einer Initiative für einen jüdischen Friedhof einsetzt, und diese Positionen dann argumentativ gut belegen können. Ein anderes Beispiel war ein Seminar, wo auch das Thema Nahostkonflikt behandelt wurde und an dem auch viele Jugendliche mit migrantischem Hintergrund (zum Teil auch mit familiären Wurzeln im Nahen Osten) teilgenommen haben. Dort hatten die TeamerInnen sich kurzfristig entschlossen, einen israelischen Freund zu einer Diskussionsrunde einzuladen, mit dem sich dann ein sehr gutes Gespräch entwickelte. Als förderlich erwies es sich dabei, dass die Großeltern des Israelis aus der Türkei kamen, so dass die türkischstämmigen SchülerInnen gleich einen Zugang zu ihm fanden und ihn als "Halbtürken" einzugemeinden versuchten. Hier hat die Gruppe dann die sehr strategische Argumentation eines islamistisch geprägten Schülers zurückgewiesen, beispielsweise als der Gast trotz seiner Kritik an der israelischen Regierungspolitik für diese verantwortlich gemacht werden sollte.

Zu den Highlights gehören fast immer auch unsere Exkursionen, für uns selbst sowie für die Jugendlichen. Bei den meisten Gruppen funktioniert es sehr gut, wenn sie selbständig in Kleingruppen mit Fragen und Arbeitsaufträgen durch Einrichtungen wie das Jüdische Museum geschickt werden und ihre Ergebnisse hinterher der Gesamtgruppe präsentieren. Ähnlich auch bei den Straßeninterviews am Holocaust-Mahnmal oder an anderen öffentlichen Erinnerungsorten, wo die Jugendlichen – manchmal mit Erschrecken – feststellen können, dass die Positionen der Leute tatsächlich genauso breit gefächert sind wie in dem Film "Leben und leben lassen".

Erleichtert wird unsere Arbeit sehr, wenn die Teilnehmenden schon vorher am Thema interessiert sind und freiwillig und motiviert zu unseren Seminaren kommen. Das kennen ja alle, die in der Bildungsarbeit tätig sind - mit solchen Gruppen ist es natürlich viel einfacher zu arbeiten als beispielsweise mit Schulklassen, die von der Schule zu einer Teilnahme "verdonnert" werden. Insbesondere ist es für uns hilfreich, wenn die TeilnehmerInnen interessiert an Geschichte und damit offen für unsere historische Herangehensweise ans Thema sind. Schwieriger wird die Seminararbeit für uns dagegen, wenn die Jugendlichen kein Interesse am Thema und an Geschichte oder sogar manifeste antisemitische Ressentiments haben, wenn sie zum Beispiel auf der Notwendigkeit bestehen, einen Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit zu ziehen. Problematisch ist es auch, wenn bei den LehrerInnen Stereotype in Hinblick auf ihre SchülerInnen bestehen, wenn zum Beispiel muslimischen Schülern per se ein Hang zu islamistischen Einstellungen oder zu arabischem Nationalismus unterstellt wird, so dass diese dann schon gar nicht mehr zu dem Thema arbeiten wollen. Wir versuchen in solchen Fällen, das Interesse der Jugendlichen zu wecken, in dem wir sehr stark auf ihre Bedürfnisse eingehen und Anknüpfungspunkte zu ihrer Erfahrungswelt suchen. Und in manchen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, einzelne TeilnehmerInnen vom Seminar auszuschließen, um den Lernprozess der Gesamtgruppe nicht zu behindern.

Gerade in der Arbeit mit Jugendlichen werden unsere Seminare auch sehr davon beeinflusst, welche Art des Lernens sie aus der Schule gewohnt sind. Wenn SchülerInnen aus der Schule einen eher frontalen und autoritären Unterrichtsstil gewohnt sind, kommen sie anfangs meist mit den Freiräumen in unseren Seminaren nicht zurecht. Statt unser Angebot anzunehmen, in einen gemeinsamen Prozess einzusteigen, sind sie dann zunächst eher damit beschäftigt, Grenzen auszuloten. Ebenso ist es für uns einfacher, einen pädagogischen Prozess in Gang zu bringen, wenn die SchülerInnen eine selbstständige, wertschätzende Arbeitsweise gewöhnt sind und gelernt haben, sich selbst zu reflektieren und kritisch zu denken. Dann haben wir natürlich einen besseren Anknüpfungspunkt mit unserem Ansatz, als wenn wir solche Fähigkeiten erst anregen müssen.

Die Förderung für das Projekt "BildungsBausteine gegen Antisemitismus" läuft in Kürze aus. Wie wird die Arbeit weitergehen? Was ist für die Zukunft geplant?


Gerade sind wir noch intensiv dabei, die Veröffentlichung der Konzepte und Methoden abzuschließen, die wir in den vergangenen drei Jahren erarbeitet haben, damit sie auch von anderen PädagogInnen eingesetzt werden können. Die Publikation unserer Arbeitsergebnisse soll Anfang des kommenden Jahres erscheinen. Und wir planen, darauf aufbauend eine einjährige Weiterbildung für MultiplikatorInnen anzubieten, bei der wir in mehreren Wochenend-Modulen unsere Methodik und Didaktik weitervermitteln. Darüber hinaus wird es auch weiterhin Seminar- und Fortbildungsangebote für verschiedene Zielgruppen und mit verschiedenen Partnern geben. Außerdem bereiten wir zurzeit neue Projekte vor: Zum Beispiel das Projekt "Aktiv Demokratie leben - ohne Antisemitismus", in dessen Rahmen wir mit drei Schulen kontinuierlich über ein Jahr hinweg zusammenarbeiten möchten. Dabei wird es auch darum gehen, die Seminararbeit mit handlungsorientierten Recherchen und Projekten im eigenen Umfeld zu verknüpfen, so zum Beispiel mit lokalgeschichtlichen Spurensuchen (an der Schule, in der Stadt etc.). Wir wollen Konzepte für die Arbeit mit jüngeren Zielgruppen entwickeln und Themen wie biografische/familienbiografische Zugänge, Nationalismus oder die Produktion von Gefühlen vertiefen. Und sicherlich werden wir uns auch noch einmal eingehender mit Verbindungslinien unserer Konzepte zu Demokratie-, Diversity- oder Menschenrechtserziehung beschäftigen. Für all diese Pläne hoffen wir natürlich sehr auf finanzielle (und andere) Unterstützung!

 

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