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Buchtipp: Bildung gegen Judenhass (Glaube + Heimat 11/07)

»Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss«, erklärten 21 Prozent der Deutschen bei einer Umfrage der Uni Bielefeld. Dieses Ergebnis zeugt von einem immer noch virulenten Antisemitismus in Deutschland. Das veranlasste die bildungspolitischen Vereine »Bildungsteam Berlin-Brandenburg« und »Tacheles Reden! « zu einem Programm, das nun als Buch veröffentlicht ist. Es richtet sich an Lehrer und Jugendarbeiter, die mit Jugendlichen zwischen zwölf und neunzehn Jahren zu tun haben. Die Rollenspiele, Bild- und Textanalysen, Bilder und Materialien sollen gewohnte Sichtweisen irritieren, und Vorurteile und Stereotypen bearbeiten. Vieles knüpft an die Lebens- und Erfahrungswelt der Jugendlichen an und setzt auf deren Empathiefähigkeit. Auf einer Begleit-CD gibt es Hintergrundinformationen für die Lehrer und Materialvordrucke.

In den einzelnen Kapiteln werden die Geschichte des Antisemitismus, jüdische Biografien und Erinnerungsformen thematisiert. Die Jugendlichen werden immer abgeholt ? bei ihrem eigenen Wissen, ihren Vorurteilen, ihren Familiengeschichten. Auch den sogenannten Philosemitismus (positive Überzeichnung der Juden) entlarven die Autoren als Form des Antisemitismus nach Auschwitz.

Das Buch erscheint ungeheuer klug, umfassend und gründlich. Und es ist auf dem aktuellen Stand. Auch das heiße Eisen Nahostkonflikt wird aufgegriffen: Es weist auf antisemitische Züge einer bestimmten Art von Israelkritik hin.

GKZ

Woher kommt der Judenhass? Was kann man dagegen tun? Ein Bildungsprogramm. Verlag an der Ruhr, 180 Seiten, ISBN 978-3-8346-0158-2, 24,50 Euro.
Bezug über Buchhandel oder den Bestellservice Ihrer Kirchenzeitung:
Telefon (0 36 43) 24 61 61


Quelle: Glaube + Heimat. Evangelische Wochenzeitschrift für Thüringen, 11/2007

Ebenfalls erschienen in: Der Sonntag. Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, 11.11.2007

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